Das Dorf Berlar

Verschwommen sind die Kenntnisse und die Gründung des Dorfes Berlar, seine Frühgeschichte und die anfängliche kirchliche Betreuung. Nach den Aufzeichnungen von Westfalens bedeutendem Historiker Seibertz soll das Dorf schon im 11. Jahrhundert ernannt sein, und zwar 1062 unter dem Namen Berklare.

Es gibt Hinweise, daß die größeren Waldrodungen der natürlichen Buchenwälder zur Urbarmachung der landwirtschaftlichen Kulturflächen wahrscheinlich im 12. und 13. Jahrhundert erfolgten.

In einer Urkunde vom 29.02.1280 nach Albert K. Hömberg (Geschichtliche Nachrichten über Adelssitze und Rittergüter im Herzogtum Westfalen und ihre Besitzer) bezeugt Graf Gottfried von Arnsberg, dass Bertradis, Witwe des Alexander de Berklare und ihre Söhne Arnoldus und Godefridus, dem Kloster Rumbeck 1 Malter Reute aus dem mansus des Godebrius des Mescede in Gescen resigniert haben.

Die adeligen Güter in Berlar standen zu Beginn und in der Mitte des 13. Jahrhunderts offensichtlich in erster Linie im Eigentum der Familie von Plettenberg zu Meschede. Im 30jährigen Krieg soll das Dorf Berlar von Schweden verbrannt worden sein.

Wann die erste Kirche gebaut wurde ist unbekannt. Im Urkataster von 1830 ist die Kapelle des ehemaligen Rittergutes von Plettenberg - seit 1773 Meierhof Kreutzmann - eingezeichnet. Diese Kapelle stand auf Kreutzmanns Wiese (zwischen dem Gasthof Niggemann und dem Hof Kreutzmann). Wegen Baufälligkeit wurde die Kapelle 1883 abgerissen.

Der Grundstein für die St. Peter und Paul Kapelle wurde 1882 gelegt. Die Finanzierung erfolgte aus freiwilligen Spenden der Dorfbewohner und Zuwendungen der Pfarrei sowie der Diözese. Die neue Dorfkapelle wurde nach den Plänen des Berlarer Josef Kathol gebaut, der als königlicher Regierungsbaumeister in Metz und Dortmund tätig war.

Bis 1862 waren die Berlarer Pfarrkinder der Pfarrei St. Andreas Velmede; ab 1862 gehörten sie zur Pfarrei St. Margaretha in Ramsbeck.

In den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts führten die Berlarer um die Schulgründung im Dorf einen regelrechten Kampf mit der Regierung in Arnsberg und sogar dem Ministerium in Berlin.

1882 wurde dann eine Dorfschule eingerichtet.

86 Jahre bestand diese Schule:
1968 wurde die Schule in Berlar geschlossen. Die Kinder besuchen heute die Grund­schule in Ramsbeck, die Haupt- und Realschule in Bestwig sowie die Gymnasien in Meschede.

Berlar zählt zu den kleinen Dörfern der Gemeinde Bestwig und liegt am Fuße des Bastenberges. Das Örtchen hat derzeit 147 Einwohner und 38 Häuser.

Hier leben:
30 Kinder bis 14 Jahre und 96 Erwachsene, davon 11 junge Erwachsene und 21 Jugendliche.

Berlar ist - am Alter der Einwohner gemessen - ein sehr "junges Dorf". Die Ortschaft selbst ist ca. 1000 Jahre alt.

In Berlar ist noch viel von dem erhalten, was man unter einem echten Bauerndörfchen versteht: 5 landwirtschaftliche Vollerwerbsbetriebe gibt es noch in Berlar, davon:

- 3 Milchbetriebe
- 1 Hühnerfarm
- 1 Pferdepension

Berlar hat 2 Gasthöfe mit Pensionsbetrieb und
- 1 Pension
- 5 Ferienwohnungen (8 Ferienwohnungen als Zweitwohnungen)
  davon 6 Häuser und 2 Wohnungen

Insgesamt:
9 Betriebe mit ca. 120 Betten (davon 1 Mutter-Kind-Kur- und Erholungshaus)